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ProgessPro10Years2

10 Jahres Party Progress Productions

22.11.2014 in Göteborg (Schweden)

Das 10 jährige Jubiläum des schwedischen Plattenlabels Progress Productions führte uns an diesem Abend ins “Sticky fingers” in Göteborg. Die Location liegt mitten im Zentrum, ist relativ klein, verfügt aber dennoch über 2 Bühnen auf 2 Etagen.

Kingdom Of Evil feat. Freddie Wadling

Kingdom Of Evil feat. Freddie Wadling

Um 19 Uhr begann der Abend mit dem Auftritt von Kingdom of Evil feat. Freddie Wadling.

Freddie Wadling, der knapp 80 jährige Pionier der schwedischen Punk- und Indieszene, der einen Brand seines Hauses im Sommer nur knapp überlebte – was für eine charismatische Persönlichkeit.

Freddie Wadling

Freddie Wadling

Auf der Bühne sitzend, im dicken Winteranorak, mit seinem Gehstock an der Seite, hatte seine Stimme nichts an Kraft verloren. Unterstützt von seiner Band, getragen von der Sympathie des Publikums war das eine würdige Eröffnung des langen Abends.

Angst

Angst

Jetzt musste die andere Bühne gefunden werden. Dies gelang nicht auf Anhieb, und so hatte der 2. Act des Abends bereits begonnen.
Angst ist das Solo Projekt des Pouppée Fabrikk Frontmannes Henrik Björkk. Er präsentierte astreinen Old School EBM mit schwedischen Texten.

Xenturion Prime

Xenturion Prime

Xenturion Prime lieferten nun spacigen Elektrosound aus Norwegen. Die Nachfolgeband von Code 64 machte live einen sehr guten Eindruck, die Songs hatten durchweg mehr Pfeffer als von CD und nur die Zuschauer mit frisch aufgefüllten Bierbechern standen relativ ruhig. Unterstützt durch „Technomancer“ Roy Julian Digre und „SPARK!“ Mitglied Matthias Ziessow servierten sie der Menge einige Facetten ihres aktuellen Albums.

Daily Planet

Daily Planet

Wieder Etagenwechsel. Daily Planet war nun an der Reihe, mit an die 80er erinnernden synthesizer Klängen. Jarmo Ollila und Johan Baeckstrom präsentierten ihre Songs ohne großes Aufsehen zu erregen, also bot sich die Möglichkeit etwas zu trinken, und sich einen guten Platz für die nächsten 30 Minuten zu ergattern.

Henric de la Cour

Henric de la Cour

Henric de la Cour kannten wir bereits vom ElektroStat in Oslo, und wir waren auf eine Menge Gänsehaut vorbereitet. Und so kam es dann auch, kaum dass die ersten Töne zu hören waren. Der Saal war nun auch wirklich gut gefüllt, und es lag irgendwie eine besondere Stimmung in der Luft. Sicher hatten viele mittlerweile seine DVD angeschaut, und wussten daher um Henrics Geschichte. Er präsentierte seine Titel mit extrem viel Herz und Energie, während Gitarristin und Keyboarder sich nicht sonderlich bewegten.

Die Stockholmer Formation Wulfband kam nun mit ganz anderen Klängen daher. Harter EBM war angesagt, und es war kaum noch Platz vor der Bühne.

Wulfband

Wulfband

Im Vorfeld haben wir ein Interview bei Wulfband angefragt, aber vom Management kam die Information, dass die zwei keine Interviews geben und nicht einmal Hallo sagen werden. Wir sollten die Fragen auf Englisch an eine Mailadresse schicken. Dies hatte bei uns keinen besonders guten Eindruck hinterlassen, ist doch Unnahbarkeit nicht gerade angesehen in der Szene. Aber als wir die zwei Gestalten auf der Bühne in Aktion sahen, machte es doch Sinn. Der eine hatte sein Gesicht mit einer Latexmaske komplett verdeckt, der andere hatte einen Weihnachtsmannbart, der bereits bei der Stirn anfing. Keine Chance sie zu erkennen, weder beim Auftritt, geschweige denn danach in der Menge. Sicherlich, sie heben sich damit von anderen ab, aber ob das Gebaren a la Kiss den Erfolg bringt, ist abzuwarten. Erwähnt werden sollte noch, dass sie ihre Titel mit deutschen Texten singen.

Kite

Kite

Wahnsinnig gespannt waren wir auf Kite. Und wir wurden (fast) nicht enttäuscht. Denn: Was für ein Auftritt! Kite waren ausnahmslos der Höhepunkt des Abends. Der Saal hatte sich extrem gut gefüllt, es war deutlich, warum die meisten den Weg nach Göteborg gefunden hatten. Kite untermalten ihre Songs mit einer Videoshow und zogen vom ersten Augenblick das gesamte Publikum in ihren Bann. Der Sänger mit der Ausnahmestimme und die wundervollen Synthesizer Klänge verliehen dem Auftritt etwas Magisches. Leider wurden nur 4 Titel gespielt, die jeder Band zustehenden 30 Minuten somit überhaupt nicht ausgenutzt. Und auch nach minutenlangen Zugabe Rufen – übrigens die einzigen an diesem Abend, dafür aber anhaltend – ließ sich die Band nicht erweichen, noch einmal auf die Bühne zu kommen.

Scapa Flow

Scapa Flow

Vom Organisator des Events und Chef von Progress Productions, Torny Gottberg, wurde im Vorfeld eine Band mehrfach groß angekündigt, die uns völlig unbekannt war: Scapa Flow. Die Band gibt es seit 1988, wobei sie zwischendurch lange von der Bildfläche verschwunden war. Scapa Flow zählen neben Pouppée Fabrikk zu den Ikonen der schwedischen EBM und Synthi Szene.
Man merkte, dass viele der Titel dem Publikum bekannt waren, trotzdem wurden von den alten Hasen der Szene einige ältere Songs vermisst.

Als letzter Act stand um Mitternacht noch die Old School EBM Band Vanligt Folk auf dem Programm. Doch wir entschieden uns, den Abend an dieser Stelle zu beenden, da wir schon 20 Stunden auf den Beinen waren und die Knochen schwach wurden.

Wenige Tage vor der Veranstaltung wurde ein Überraschungsgast angekündigt. Da es in keinster Weise Hinweise gab, wann denn selbiger auftreten solle, waren wir uns nicht sicher ob es überhaupt eine Überraschung gibt. Dummerweise muss dieser Auftritt kurz nach unserem Verlassen geschehen sein, und fairerweise soll die Band Necro Facility hier also auch noch erwähnt sein. Vor allem Covenant Fans dürfte dieser Bandname vom Titel Lightbringer bekannt vorkommen.

Fazit: Ein großes Kompliment an Torny Gottberg für ein wirklich tolles Arrangement, welches einen tiefen Einblick in die Bandbreite und Geschichte von Progress Productions ermöglicht hat. Das Sticky Fingers war keine schlechte Location, wobei man allerdings zwischen 20 und 23 Uhr den Eindruck hatte, es wurden ein paar Tickets zu viel verkauft. Das Getränkeangebot haben wir unter „kurios“ eingestuft: Es gab Bier in diversen Sorten, auch härtere Sachen waren möglich. Aber das einzige alkoholfreie Getränk war: Leitungswasser. Immerhin, das gab es kostenlos.

 

Bildquellen

  • Kingdom Of Evil feat. Freddie Wadling: Heiko
  • Freddie Wadling: Heiko
  • Angst: Heiko
  • Xenturion Prime: Heiko
  • Daily Planet: Heiko
  • Henric de la Cour: Heiko
  • Wulfband: Heiko
  • Kite: Heiko
  • Scapa Flow: Heiko
  • ProgessPro10Years2: (C) Progress Productions

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